Mittwoch, 11. September 2013

Die Pest in Stockerau und ihre Folgen bis heute

Stadtamtsdirektorin Dr. Maria-Andrea Riedler
Im ->vorangehenden Artikel und ->hier wurde diese Veranstaltung noch angekündigt, gestern hat sie bereits stattgefunden. Die zahlreichen Besucher konnten von Stadtamtsdirektorin
Dr. Maria-Andrea Riedler
von der Pest, speziell von der Pest in Stockerau und dem damit gegebenen Gelöbnis, jährlich eine Wallfahrt nach Karnabrunn zu machen, erfahren. Dies erfolgte nach der letzten Pestepedemie in Stockerau im Jahre 1713 und jährt sich somit heuer zu 300. mal.

Beginnend mit den Philistern im Altertum konnte Frau Dr. Riedler die verschiedenen Pestepedemien im Laufe der Geschichte zeigen, darunter die große Epedemie im Mittelalter bis in die Neuzeit (das Jahr 1713 liegt in der Neuzeit). Überraschend auch, dass die Pest auch heute noch nicht ausgestorben ist, sondern in großen Gebieten auf fast allen Kontinenten wieder zu finden ist:

Quelle: Wikipedia, Sansculotte

Laut Frau Dr. Riedler hat keine Katastrophe in der Geschichte der Menschheit solch tiefe und nachhaltige Spuren hinterlassen wie die Pest. So hat die große Pandemie in der Mitte des 14. Jahrhunderts ("Schwarzer Tod") 25 Mio. Leben in Europa gefordert, also etwa ein Drittel der Bevölkerung.


Nach den allgemeinen Aspekten zur Pest ging es um die Pest in Stockerau. Die Pest wütete in Stockerau nicht so stark wie in anderen Orten. Dies ist auf die hygienischen Bedingungen und das "Infectionsspital" zurück zu führen.

Wallfahrtsdirektor Hochfelsner, Prälat Dr. Roch,
Stadtamtsdirektorin Dr. Riedler, Pfarrer Dr. Beranek

1679 gab es das erste Gelöbnis:
"Mit aufgehobenen Fingern schwuren sie in der Franciscanerkirche, samt ihrem Pfarrer Andreas Kaltenegger dem Allmächtigen, alljährlich von der Pfarrkirche zur Colomani-Kirche zu wallfahren, reichlich Oel und Wachs zu opfern".

Zahlreiche Besucher im Pfarrsaal
1713 wurde die Pest von einem Bettelweib nach Stockerau eingeschleppt. Es waren 28 von 208 Häuser betroffen, einige Familien sind ausgestorben.


Das Gelöbnis von 1713:
"... machten sie [die Stockerauer] das feierliche Gelübde, zu Ehren des Hl. Florian einen Festtag (4. Mai) mit zwei Vespern, Hochamt und Predigt in der Pfarrkirche zu feiern und zur Dreifaltigkeitskirche nach Karnabrunn zu wallfahren. Überdies ordnete der Marktrath an, dass die vierte Glocke des Thurmes zur Abwendung der Pest geläutet werden soll. Sie hieß von da ab die Pestglocke".




Hier die Präsentationsfolien des Vortrages (mit freundlicher Erlaubnis von Fr. Dr. Riedler): sie können selbst mit den Pfeil-Knöpfen durchblättern:

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