Montag, 29. Juli 2013

Abrahams Bitten

Wer am gestrigen Sonntag in der Halbzehnuhrmesse war, der hat die Predigt unseres Priesters Tom gehört. Für alle anderen ein paar unvollständige und persönliche  Erinnerungen daran:

Abraham bittet im der ersten Lesung seinen Gott, die Stadt Sodom, die für ihre Sündhaftigkeit - interessanterweise ist dabei besonders auch die Fremdenfeindlichkeit und mangelnde Gastfreundschaft aufgezählt - gemeinsam mit Gomorra bekannt ist, auf die die Vernichtung der Stadt zu verzichten, wenn es wenigstens 50, dann 40 .. Gerechte gibt. Abraham reduziert die Zahl der Gerechten mit jeder Bitte an seinen Gott bis auf 10, die ihm auch Gott zusagt. Und Gott ist ihm nicht böse und schimpft mit ihm nicht, weil er immer wieder um die Berücksichtigung von weniger Gerechten bittet. Die interessante Interpretation: Wir Menschen gehen in unseren Bitten oft von unseren eigenen Annahmen aus, von etwas, das Gott gar nicht so vorhatte, was gar nicht passieren muss. Es ist eine andere Geschichte, dass Sodom und Gomorra dann doch in Schutt und Asche gelegt wurden, weil sich auch die 10 nicht fanden...

Das Evangelium des Tages ist die berühmte Stelle, wo Jesus auf die Bitte der Jünger sagt, wie Er möchte, dass sie (und wir) beten. Er lehrt sie das Vaterunser. Und er lehrt sie, beim Bitten und Beten zuerst den rechten Geist - den Hl. Geist - walten zu lassen. Zitat: Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten. Ein interessanter Gedanke: Wollen wir wirklich das, um das wir beten - auch wenn es dann große Umwälzungen, Veränderungen in unserem Leben geben könnte? "Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen" oder wie wir heute sagen "Gib uns unser tägliches Brot" betet sich ja noch recht leicht, aber "Dein Reich komme"? Das kann ja dann ganz anders aussehen, als wir heute in unserer Welt leben.

Papst Franziskus spricht ja in vielen seiner Ansprachen - und nicht nur in Rio beim Weltjugendtag - sehr deutlich aus, was sich in diesem Reich Gottes ändern wird - hier meist in Bezug auf Demut, Macht, Besitz, Umgang mit Fremden, Reich & Arm. Die kathpress.at hat da gleich die fahrbaren Untersätze der österreichischen Bischöfe aufgelistet...Aber es geht nicht nur um die Bischöfe.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns über jeden Kommentar. Und da wir mit konkreten Menschen kommunizieren wollen, bitten wir Sie, nicht anonym zu kommentieren.