Donnerstag, 20. Juni 2013

Glaube ist unzeitgemäß und daher hoch an der Zeit

Dieses Zitat stammt aus einer Predigt, die der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer in Mariazell  gehalten hat.  Hier einige Kernaussagen und hier der Bericht der katholischen Nachrichtenargentur kathpress.

Glaube ist unzeitgemäß und daher in einer durch und durch technisierten und ökonomisierten Welt hoch an der Zeit:  "Wer heute wirklich frei sein will" und sich dem Zeitgeist entgegenstemmen will, der müsse "aus der Ewigkeit schöpfen" und darauf achten, "gute Wurzeln" in seinem Leben zu haben. Dem "flexiblen Mensch" drohe die Überforderung, die Heimatlosigkeit und schließlich der "Burnout" - dagegen setze der Glaube etwa "absichtslose Kontemplation", die sich "der Zweckrationalität, dem unheimlichen Leistungsdruck und Perfektionszwang" entziehe.
 Ausdrücklich warnte Bischof Scheuer in seiner Predigt davor, dass in einer durch und durch technologisierten Gesellschaft auch Glaube, Gebet und Liturgie funktional betrachtet werden. Wo Gebet und Liturgie etwa derart verstanden würden, dass sie als eine Art Auszeit die Leistungsfähigkeit für den "normalen" Alltag wiederherstellten und regenerierten, so wäre dies "fatal", da der Glaube somit der "Rollenverteilung in Produzenten und Konsumenten" unterworfen werden würde. Dies zeuge von einer "(Un)Kultur, die alles verrechnen und auch alles bezahlen will" und die den Umgang der Menschen untereinander "in ein einengendes Korsett von Rechten und Pflichten zwingt".

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