Samstag, 6. April 2013

Pro Religion


Ab 15. April läuft das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien. Laut der Webseite des Volksbegehrens stimmt dabei Österreich über die Kirche ab (Zitat: "Du sollst hingehen. Ganz Österreich stimmt erstmals über die Kirche ab"). Passt ja irgendwie nicht zum Titel des Volksbegehrens und zu den Inhalten. Offensichtlich geht es gar nicht um die behaupteten Privilegien, sondern um mehr.

Positive Folgen dieses Volksbegehrens zeigen sich bereits: Die Kirche(n) und alle, die den Nutzen der Religion spüren - sicherlich eine große Mehrheit in Österreich - , werden aktiv und haben zum Beispiel die neue Initiative Pro Religion gegründet. Die Webseite wird von allen in Österreich gesetzlich anerkannten Religionen getragen. Hier gibt es mehr Informationen dazu. Dort findet sich auch eine interessante Argumentation von Univ.Prof. Dr. Richard Potz. Auch getwittert wird. Und auf katholisch.at wird auch unter anderem  in Youtube erklärt, was die Kirche in Österreich für das Gemeinwohl tut. Die 4 Videos kann man im Youtube Channel der Katholischen Kirche anschauen. Die Zuseherzahlen sind verbesserungswürdig, also anclicken und ansehen. Und in facebook und Google+ ist auch Aktivität zu verspüren.

Das für die Religionen zuständige Ministerium von Frau Minister Schmied hat in einer langen Stellungnahme die von den Initiatoren behaupteten Fakten über die Privilegien zurückgewiesen. Vom Chefredakteur der Kathpress Paul Wuthe gibt es im Blog der Seite www.katholisch.at eine lesenswerte Analyse des Volksbegehrens.

Und eine immer wieder aktualisierte Webseite zu Argumenten gegen die Themen des Volksbegehrens gibt es hier.

Doch scheinen die meisten Kirchenmitglieder das "Net amol ignorieren" zu bevorzugen.  Das kann man selbst ändern, indem man anderen erzählt, warum man seinen Glauben an Gott, seine Spiritualität und seine Kirche und deren positive Leistungen schätzt, auch wenn man über die Verfehlungen von Menschen in der Kirche über die Jahrtausende weiss. Es ist sicher auch eine gute Sache, sich über die Argumente und Gegenargumente zu informieren. Siehe oben.

Und wenn Sie auf das Bild clicken, können Sie den Folder "Was bringt Kirche" als PDF herunterladen.





Kommentare:

  1. Das mit dem "Net amoi ignorieren!" kann ich nur bestätigen. Das Problem geht den Katholiken am Rücken vorbei (vornehm ausgedrückt). Der Pfarrheurige ist gut besucht und auch die Tortenverzierkurse der Frauenbewegung erfreuen sich großer Beliebtheit.

    Wenn es aber um die geistige, spirituelle Nahrung geht, dann lässt der Durchschnittskatholik aus. Ich erinnere mich an einen Vortrag in Stockerau von "marriage encounter", wo ich mit meiner Gattin der einzige Besucher war. Und auch bei einem Vortrag einer Missionschwester aus Deutschland waren sicher nicht mehr als fünf Personen anwesend. D. h. für mich die Grundfragen des Menschen - wie es der szt. Kardinal KÖNIG immer formulierte: Woher komme ich? Wohin geh ich? Was ist der Sinn meines Daseins? interessiert hier niemanden. Wichtig ist, dass man ein gutes Papperl bekommt (beim Heurigen)und dass man weiß wie man richtig Torten verziert (beim Kurs der Frauenbewegung).

    Wen wundert es dann, dass ein Volksbegehren gegen (vermeintliche) Kirchenprivilegien niemanden hinter dem Ofen hervorlockt. Da bewegen die illegalen und aus dem Ausland herangekarrten Votivkirchenbesetzer schon mehr die Gemüter. Warum sollen dann die Kirchenmitglieder plötzlich gegen das Privilegienvolksbegehren sein? Für diese ändert sich ja (scheinbar) nichts. Um nicht den Dorfpfarrer aus dem Marchfeld Monsignore SCHÜLLER, der noch immer ungestraft seine medialen Pfeile gegen Kardinal SCHÖNBORN abfeuern darf, aufzuwerten, ein anderes Zitat, welches sicher viele aufregen wird:

    Der "Dissident" und Buchautor Dr. Adolf HOLL hat einmal gesagt: "Viele die draussen sind, stehen mittendrin und viele, die glauben drinnen zu sein, stehen ausserhalb (gemeint der Kirche )".

    Franz Huber

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  2. Lieber Herr Huber!

    Auch ich war nicht bei den Vorträgen "marriage encounter" und der Missionsschwester aus Deutschland. Ich weiss natürlich nicht das Datum dieser Vorträge, vielleicht war ich aber ehrenamtlich „unterwegs“. Ja auch solche Menschen gibt es.
    Ich habe sicherlich einen anderen Zugang zu unserem gemeinsamen Glauben. Es wird Sie befremden, dass mir absolut egal ist, woher ich komme und wohin ich gehe. Ich bin der unumstößlichen Meinung, dass unser Vater im Himmel weiß woher wir kommen und wohin er uns führt. Ich vertraue im absolut. Er hat mich bisher noch nicht enttäuscht. Der Sinn des Lebens – vielleicht füreinander da zu sein. Nachfolge Jesu heißt für mich unter anderem sich für Mitmenschen einzusetzen. Er hat es ja vorgelebt. Es ist schön, dass Sie einen anderen Zugang zu unserer Religion haben. Das zeigt nur, wie bunt unsere Kirche ist.
    Eines muss ich jedoch erwähnen, ich würde mir niemals anmaßen, so wie Sie über eine Gruppe von Mitchristen zu urteilen. Mit diesem Urteil weht schon gefährlich ein Geruch von Pharisäertum.

    In christlicher Liebe Ihr

    Emmerich Kern

    PS: Auch ich war beim Pfarrheurigen. Es war sehr schön, ich habe viele Freunde getroffen und das Papperl war sehr gut. Übrigens: Jesus hat auch Feste besucht und hat gegessen und getrunken und Freunde getroffen. Oder hab ich da etwas missverstanden in der hl. Schrift

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    1. Sehr geehrter Herr Kern!

      Sie haben nicht verstanden, was ich als Grundtendenzen zum Ausdruck bringen wollte. Ich werde darüber auch nicht diskutieren, weil es keinen Sinn hat. Jesus hat sicher auch etwas anderes getan als Feste besuchen, essen und trinken und Freunde treffen ...

      Eines stört mich schon. Man hat in Stockerau schon viel über mich gesagt. Aber einen Geruch von Pharisäertum mir anzudichten ist Ihnen vorbehalten geblieben. Damit widersprechen Sie ihrem posting, weil Sie damit ja auch über mich "urteilen".

      Ja, ich weiß schon, wer die kleine, heile Welt stört gegen den macht man eine Phalanx. Nur weiter so!

      Franz Huber

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    2. Sehr geehrter Herr Huber!

      Ich kann Ihnen versichern, Sie zerstören weder eine kleine, heile Welt noch sonst eine andere. Wieso Sie der Meinung sind eine Phalanx wird gegen Sie aufgebaut, weiß ich auch nicht. Vielleicht Selbstüberschätzung?
      Sie schreiben:
      „Der Pfarrheurige ist gut besucht und auch die Tortenverzierkurse der Frauenbewegung erfreuen sich großer Beliebtheit.Wenn es aber um die geistige, spirituelle Nahrung geht, dann lässt der Durchschnittskatholik aus.“
      Ich weiß aus Erfahrung bei uns in der Pfarre Stockerau gibt es sehr viele wertvolle Menschen die sich um geistige und spirituelle Nahrung kümmern (nehmend wie gebend). Auch Sie und Ihre Familie habe ich da mit einbezogen.
      Als Beispiel, kann ich um nur eines von vielen - das Brotbrechen (1x monatlich) anführen. Eine Gruppe von Pfarrmitgliedern, so auch ich beziehen, sicherlich nicht ausschließlich, aber doch hier unsere geistige und spirituelle Nahrung. Ich kann jedoch nicht daraus schließen, da ich daran teilgenommen habe, andere Menschen jedoch nicht (soweit ich mich daran erinnere, waren Sie auch noch nicht dabei, wenn ich mich irre bitte um Entschuldigung. Herzliche Einladung) dass diesen – Ihr Zitat:“Wichtig ist, dass man ein gutes Papperl bekommt (beim Heurigen)und dass man weiß wie man richtig Torten verziert (beim Kurs der Frauenbewegung). „ Dies würde – tut mir leid - an Pharisäertum grenzen.
      Ebenso habe ich nicht behauptet, das Jesus nur Feste besucht habe, ich habe geschrieben auch.

      Mit freundlichen Grüßen
      Emmerich Kern

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  3. Bei dem Volksbegehren geht es sehr wohl um viel, da ist "nicht mal ignorieren" sicher fehl am Platz. Es steht ja nicht für sich alleine da, sondern muss als Teil einer Abfolge von Kampagnen verstanden werden, wie dzt. gegen die Kirchen gefahren werden. Dieses Kirchenprivilegien-Volksbegehren ist eine nahtlose Fortsetzung von "Gegen Kreuze im öffentlichen Raum", gegen katholische Feiertage, gegen den Lärm von Kirchenglocken, u.s.w.

    Wenn man die Kirchen konsequent aus dem öffentlichen Raum drängt, dann werden die Werte, die sie vertreten, wohl auch aus der Öffentlichkeit verschwinden - dessen ist man sich meiner Meinung nach nicht wirklich bewusst.

    Und schließlich ist an Auferstehung und Erlösung zu glauben auch ein Privileg! Ein Kirchenprivileg (denn wir alle sind Kirche)! Ich verwehre mich gegen die Abschaffung dieses Privilegs durch das Diktat des Relativismus. Das gegenständliche Volksbegehren ist nur vordergründig gegen materielle Privilegien der Kirche gerichtet (mit einer äusserst schwachen Argumentationskette), hintergründig will man wohl dem christlichen Wertesystem sein materielles Fundament entziehen.

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