Sonntag, 7. April 2013

Auferstehung von den Toten - mehr als ein Wunder


Wenn wir im alltäglichen Sprachgebrauch von Wundern sprechen, dann meinen wir geniale menschliche Leistungen (sieben Weltwunder der Antike), den glücklichen Ausgang von Katastrophen (Wunder von Lassing, Lengede), beeindruckende Tatsachen aus Biologie, Technik usw. (Wunder der Schmetterlings-Metamorphose) oder sehr unwahrscheinliche Ereignisse (Kind überlebte Sturz aus 3. Stock).


Die Naturwissenschaft versucht den Begriff Wunder exakt zu formulieren: Ein Wunder ist die Unterbrechung der natürlichen Kausalkette. Wenn man einem Kreisel zusieht, wie es sich um die eigene Achse dreht, dann erscheint es a priori als ein Wunder, dass es nicht umfällt. Wissen wir nicht, dass ein Körper, der nur auf seiner Spitze steht, instabil ist und unter der Kraft der Erdanziehung kippt und umfällt? Und doch sehen wir, dass dem nicht so ist, dass der Kreisel aufrecht bleibt. In diesem Sinne ist dies ein Wunder, also etwas, das anders ist, anders funktioniert, als wir mit unseren Erfahrungen erwarten. Wenn ein Wunder jedoch alltäglich wird (jeder kann einen Kreisel anwerfen und zuschauen), dann muss eine Erklärung her, dann müssen wir es erklärbar machen, dafür eine Ursache (er)finden. Und so haben die Physiker den Begriff Drehimpuls definiert und erklären das Verhalten des Kreisels mit der Erhaltung des Drehimpulses. Alles klar? In diesem Sinn ist ein Kreisel kein Wunder, es gibt ja eine Ursache für sein Nicht-Umfallen.

Die natürliche Kausalkette geht davon aus, dass alles einen Grund hat. Zu jeder Wirkung gibt es eine Ursache, zu dieser wieder eine andere, dahinter stehende Ursache. Der Zusammenhang von Ursache und Wirkung (Kausalzusammenhang) wird in Naturgesetze formuliert. Zu Beginn des 17. Jhdt. formulierte Galileo Galilei seinen Schlachtruf (der die Welt mehr veränderte als der Siegeszug des heliozentrischen Weltbildes) so: "Alles, was messbar ist, messen, und alles, was nicht messbar ist, messbar machen".  In der Aufklärung schließlich glaubte man, dass die Welt vollkommen mechanisch und durch die Naturgesetze völlig vorherbestimmt abläuft ("Newtons Uhrwerk"). Trotz Galileis Schlachtruf konnten jedoch die Wunder nicht ausgerottet werden, es gibt sie weiterhin: Ereignisse, für die es keine erkennbare natürliche Ursache gibt. Und bei den Untersuchungen zur Anerkennung von Wundern wurde und wird viel Zeit und Energie aufgewendet, um sowohl die Zeugenschaft zu überprüfen, als auch zu prüfen, dass es dafür keine natürliche Erklärung gibt.

Für ein echtes Wunder fehlt aber noch ein entscheidendes Merkmal: ein Wunder muss uns berühren, dadurch muss erfahrbar sein, dass Gott direkt zu uns spricht. Sonst würde dem Wunder das Schicksal des Kreisels ereilen: wir würden die Naturgesetze so erweitern, dass das Wunder schließlich erklärbar wird. Ein Wunder ist im Kern eine Selbstoffenbarung Gottes: in seinen Wundern offenbart er sich dem, der glauben will. So stehen hinter den Wundern immer die tiefe Offenbarungen Gottes:

  • Blinde sehen wieder, Lahme gehen, Taube hören wieder: Gott will das (körperliche und seelische) Heil des Menschen, er öffnet seine Augen für das Übernatürliche. 
  • Er wandelte Wasser in Wein, mit 5 Broten und 2 Fischen werden 5000 Menschen gespeist: Gott lässt uns nicht verhungern. 
  • Er geht über den See Genesaret, er stillt den Sturm: Gott hat die Welt erschaffen und er lenkt sie, d.h. keine Kraft der Natur kann Ihn erschüttern. 
  • Er kannte die Gedanken der Menschen, er wusste, was sie dachten: Gott hört zu, wenn wir zu ihm rufen. 
  • Er erweckte Tote wieder zum Leben, er steht drei Tage nach seinem eigenen Tod wieder zum Leben auf: der Tod kann uns nicht von Gott trennen, nach dem irdischen Leben ruft uns Gott in sein Reich.


  • Christi Auferstehung von den Toten ist mit natürlichen Gesetzen, mit unserem Verstand, nicht erklärbar, ist also ein Wunder: es ist bezeugt, dass er wirklich gestorben ist und es ist bezeugt, dass er wirklich auferstanden ist, d.h. dass er nach seinem Tod vielen erschienen ist. Das ist zweifellos ein direkter Eingriff in die menschliche Natur. Aber es sind darauf hin nicht die Naturgesetze umgeschrieben worden, sondern Ostern bleibt ein Wunder: Gott hat sich selbst offenbart, er hat gezeigt, dass wir erlöst sind, dass wir uns also nicht selbst erlösen müssen (was wir auch gar nicht könnten). Wir sind schon erlöst, wir müssen es nur noch begreifen.

    Mit Ostern hat uns Gott nicht nur durch ein Wunder etwas offenbart, sondern er selbst hat sich uns offenbart.





    Die Nachricht von der Auferstehung Jesu Christi ist unglaublich. Aber wahr. Wir dürfen sie feiern und wir sollen sie bezeugen, damit sie weiter die Runde macht und alle Menschen erfahren, was es mit Ostern auf sich hat. 
    (Josef Bordat)


    Keine Kommentare:

    Kommentar veröffentlichen

    Wir freuen uns über jeden Kommentar. Und da wir mit konkreten Menschen kommunizieren wollen, bitten wir Sie, nicht anonym zu kommentieren.