Freitag, 29. März 2013

Karfreitagsliturgie

Der Altarraum ist leer, aller Schmuck wie Kerzen, Altartücher, Blumen sind verschwunden. Der Tabernakel ist leer, die Tür dazu steht offen. Wir feiern Jesu Tod am Kreuz. Aber nicht, weil er gestorben ist, sondern weil er den Tod überwunden hat, was ja jeder von uns zurecht für sich auch erhofft.


Priester und Diakone ziehen mit den vielen Minis in die Kirche ein und werfen sich dann vor dem Altar nieder, auch Prostratio genannt - eine Geste der Demut und der Trauer. Dann hören wir Lesungen aus dem alten und neuen Testament und anschliessend die Leidensgeschichte nach Johannes, die mit verteilten Rollen gelesen wird. Diakon Johann Wolf spricht in seiner Predigt über das Kreuz in allen seinen Aspekten - des Leides, des Siegs, des Erkennungszeichnen der Christen, aber auch als Schmuckobjekt.

Jetzt wird vom Kircheneingang das Kreuz nach vorne zum Altargetragen, wobei drei Mal "Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen" gesungen wird. Die ganze, große Schar der Gläubigen stellt sich nun zur Kreuzverehrung an, eine Kniebeuge, ein kurzes, stilles Gebet und eine Blume. In der Osternacht werden diese Blumen bereits als Gestecke, von kundiger Hand geformt, den Altarraum für das große Fest schmücken.

Nach der Kreuzverehrung beten wir noch die großen Fürbitten: für die Kirche, für die Katholiken, für die Einheit der Christen, für die Juden - die ersten Auserwählten Gottes- ,  für alle die an Gott, aber nicht an Christus glauben, für alle, die nicht an Gott glauben können und zuletzt für alle die Macht in Politik oder Wirtschaft haben.

Das Vater Unser beschließt die Feier, dann wird Jesus symbolisch im Heiligen Grab unter dem Marienaltar zu Grabe getragen.

Heute hätte unser Festspielintendant Zeno Stanek seine Freude gehabt, denn er sagte ja im Interview für unser letztes Pfarrblatt: "Als Theatermann habe ich natürlich auch eine Beziehung zum Ritual, zu der Liturgie und dem Kult der Religionen. Ich wünschte mir in den Kirchen ja viel mehr Emotionen".

Kleine Randbemerkung: Nur schade, dass die Schola, die die Liturgie mit wunderschönen Männergesängen begleitet hat, so ungünstig gestanden ist. Man hätte die Texte viel besser verstehen können, vielleicht auch mit mehr Mikro? Nur keine Angst vor der Technik...

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