Sonntag, 24. März 2013

Hosanna dem Sohne Davids

Bei eisiger Kälte von -4 und gefühlten -10 Grad versammelten sich die Gläubigen Stockeraus in großer Zahl zur Weihe der Palmzweige am Rennerplatz. Die Blasmusik spielte inbrünstig Lobe den Herrn und die Prozession bewegte sich eilends in die relativ warme Pfarrkirche.

Dort begann der Gottesdienst mit der Passion nach Lukas (Lukas, Kapitel 22, Verse 14-23 und 56). Unsere Pfarrjugend gestaltete die Passion eindrucksvoll. Die Übergänge zwischen den einzelnen Szenen hatte Beate Kokits für Orgel, die sie auch selbst spielte,  und gemischte Schola, die Johannes Lenius dirigierte,  extra für den heutigen Tag  komponiert. Vertont wurden Teile von Psalm 22. Eindrucksvoll, spannend und mit den Szenen aus der Passion eine beeindruckende Einheit. Entsprechend gabe es auch am Ende des Gottesdienst für Jugend, Schola und Komponistin einen langen Applaus. Aber nicht nur für sie, auch für die Ministrantinnen und Ministranten, die die Karwoche und Ostertage zahlreich mitgestalten werden.

Nach der Passion kamen auch die vielen Kinder mit ihren Eltern zum Gottesdienst dazu, die nach der Palmweihe im Pfarrzentrum einen Kinder-Wort-Gottesdient gefeiert hatten.

Mehr Fotos gibt es auch in unserer Galerie.

Hier finden Sie noch die Texte des Psalm 22 und ein paar Erläuterungen zur Musik.

Vertonte Verse aus Psalm 22:

Verse 10-12: Du bist es, der mich aus dem Schoß meiner Mutter zog, mich barg an der Brust der Mutter. Von Geburt an bin ich geworfen auf dich, vom Mutterleib an bist du mein Gott. Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe, und niemand ist da, der hilft
Die Singstimmen deklamieren den Text in einer Art Sprechgesang; im Orgelpart ist ein einziges Motiv verarbeitet, eine Melodie in kreisförmiger Bewegung, die zugleich mit einer gespiegelten Version erscheint, was Geborgenheit von allen Seiten ausdrücken soll. Die Struktur wird aber zunehmend dichter und bedrückender, das der Geborgenheit weicht der Bedrängnis.

Vers 8: Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf
Das Motiv ist nun verkürzt, zerfetzt, vergiftet, es steht für den Spott, der in die Seele dringt wie Pfeile. In den tiefen, stillstehenden Akkorden versucht die Seele, den Spott auszublenden und sich zu konzentrieren, aber da fühlt sie dann eine entsetzliche Einsamkeit.

Vers 20-22: Du aber, Herr, halte dich nicht fern! Du, meine Stärke, eile mir zu Hilfe! Entreiße mein Leben dem Schwert, mein einziges Gut, aus der Gewalt der Hunde! Rette mich vor dem Rachen des Löwen, vor den Hörnern der Büffel rette mich Armen!
Die Melodie verdichtet sich, wird zu einem hartnäckigen Umkreisen. In der Ausweglosigkeit bleibt nur der Hilfeschrei zu Gott und die Konzentration auf die Geborgenheit, die Gottes Nähe verspricht.

Vers 24-27: Die ihr den Herrn fürchtet, preist ihn, ihr alle vom Stamm Jakobs, rühmt ihn; erschauert alle vor ihm, ihr Nachkommen Israels! Denn er hat nicht verachtet, nicht verabscheut das Elend des Armen. Er verbirgt sein Gesicht nicht vor ihm; er hat auf sein Schreien gehört. Deine Treue preise ich in großer Gemeinde; ich erfülle meine Gelübde vor denen, die Gott fürchten. Die Armen sollen essen und sich sättigen; den Herrn sollen preisen, die ihn suchen. soll euer Herz für immer.
In einer großen Erstarrung nach dem Entsetzen ist da nur noch der eigene Herzschlag. Es scheint fast unmöglich, einen Lobpreis anzustirnmen. Es ist ein nach Worten, nach Zuversicht tastender Lobpreis.

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