Samstag, 9. Februar 2013

Dechantenkonferenz in Passau

Dechantenkonferenz 2013
(c) Erzdiözese Wien
Wie auch auf dem Blog der Erzdiözese zu lesen ist (-> hier), fand vorige Woche eine Konferenz aller Dechanten unserer Diözese in Passau statt. Im Mittelpunkt stand die Kirchen- und Struktur-Entwicklung der Erzdiözese Wien. Der Regens in der Diözese Hildesheim (Deutschland), Christian Hennecke, hat in seinen Impulsen zwischen diesen beiden Begriffen unterschieden:

Kirchenentwicklung meint das Wirken des Geistes Gottes, der die Kirche auch in unserer Zeit führt und formt, der Menschen berührt und sie zu einem Leben aus der Botschaft Jesu ermutigt.
Strukturentwicklung meint die notwendigen Anpassungen der Organisationsform der Kirche an diese Veränderungen, damit dieses Wirken Gottes unterstützt und begünstigt wird.

Unser Pfarrer und Dechant Markus Beranek schreibt dazu:

Ziel aller Überlegungen soll es sein, Menschen weiterhin, ja sogar auf neue Weise zu einem christlichen Leben einzuladen. Eine wichtige Fähigkeit dabei ist es, wahrzunehmen, wo kleine und große Initiativen sichtbar werden – wo Menschen sich etwa aus ihrem Glauben in der Caritasarbeit engagieren, Bibelrunden initiieren, ihre Berufung durch die Taufe ernst nehmen und leben – vieles ist in unseren Pfarren schon jetzt Alltag. Ziel des ganzen Unternehmens ist es, Kirche vor Ort lebendig zu halten und zwar auch im Blick auf die nächsten 10,20, 40 Jahre – wir stehen in Veränderungen, die weit über uns hinausreichen.

Es wird wie schon im Herbst angekündigt unumgänglich sein, größere seelsorgliche Einheiten zu bilden. Die Norddechanten haben beschlossen, bis zur nächsten Dechantenklausur im Jänner 2015 einen Plan für diese neue Struktur vorzulegen. Er soll in den Dekanaten unter Beteiligung der einzelnen Pfarren (Pfarrgemeinderäte, Hauptamtliche….) erstellt werden, wobei auch über die Dekanatsgrenzen hinaus gedacht werden kann und soll. Unser Bild dabei ist, dass Pfarren in diesen neuen größeren Einheiten schrittweise stärker zusammenarbeiten, in Form eines Pfarrverbandes (wobei es meiner Einschätzung nach größere Pfarrverbände werden, als es derzeit der Fall ist), früher oder später in Form einer großen Pfarre, in der die bisherigen Pfarren als einzelne Gemeinden weiterhin ihre Identität bewahren und dafür sorgen, dass Kirche in den Orten, nahe am Leben der Menschen lebendig bleibt. Für mich selber merke ich dabei aber vor allem auch die Herausforderung zu lernen, wie so eine neue, zukünftige Form von Seelsorge ausschauen kann – wir wissen es ja alle nicht wirklich und wir werden es als Ehren- und Hauptamtliche langsam, schrittweise lernen müssen.



Nach der Ankündigung des diözesanen Erneuerungsprozesses durch die Steuerungsgruppe von Apg 2.1 im September des Vorjahres (siehe ->Ein großer Schritt ins Weite) wird also jetzt auf Ebene der Dekanate beraten werden, wie die Strukturentwicklung umgesetzt werden kann. Dass dies in jedem Dekanat getrennt überlegt wird spiegelt die Struktur der Diözese wider: es gibt städtische und ländliche Bereiche in großer Vielfalt, die man nicht über einen Kamm scheren kann - es muss auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingegangen werden.

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