Samstag, 19. Januar 2013

Wehrpflicht oder Berufsheer


Nun haben wir also morgen die erste Volksbefragung Österreichs über Wehrpflicht oder Berufsheer. Die Differenzen gehen quer durch die politischen Lager, die Argumente sind in ihrer Begründung schwer zu verstehen. Öffentlich werden nebensächliche Argumente breitgetreten, es wird von beiden Seiten polemisiert. Dies spiegelt wohl die immer schon bestehende ambivalente Haltung der Bevölkerung zum Heer wider.

Die Grundlage für eine Entscheidung aus katholischer Sicht hat Paul Wuthe, Kathpress Chefredakteur, zusammengetragen (-> Artikel). Dabei hat er die relevanten Texte des Vatikanum II, des Kathechismus, der Soziallehre und des Jugendkathechismus analysiert. Daraus kann keine Empfehlung für eine der beiden Positionen abgeleitet werden:

Hauptgrund dafür ist, dass die Entscheidung zwischen Wehrpflicht oder Freiwilligenheer nicht den Charakter einer ethische Grundsatzfrage, sondern viel mehr den einer abgeleitete Konkretisierung hat, wo es berechtigter Weise zu unterschiedliche Lösungen kommen kann.

Folglich gibt es sowohl kirchliche Stimmen für die Allgemeine Wehrpflicht als auch solche für ein Berufsheer (-> Artikel). Bleibt uns nur in uns hineinzuhören und dann zu entscheiden. Dazu aus der Stellungnahme von Kardinal Schönborn:

" Man sollte sich aber ausreichend bewusst machen, was wir für unser Land tun können, für seine Sicherheit und sein Wohlergehen, für den Nächsten und den Nachbar in Not, in Katastrophen, in sozialer Hilfsbedürftigkeit“.

Kommentare:

  1. Zur Zeit (Samstag, 21:45) sind alle Artikel der Erzdiözese nicht verfügbar ("Fehler! Diese Seite ist zur Zeit leider nicht verfügbar").
    Bitte später wieder probieren, es betrifft nicht nur den Wuthe-Artikel.

    AntwortenLöschen
  2. Der Verfasser hat aber eines vergessen, dass das Militär (- die Wehrform kann man diskutieren - eine in der Verfassung definierte Aufgabe hat: Nämlich die militärische Landesverteidigung. Das tut den Christen allzu weh, weil es was mit Gewalt und manchmal leider auch mit Tot zu tun hat. Elegant die Hürde gekratzt für die die lieber im Pflegeheim den Alternativdienst leisten.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Aber hier ging es genau um die Frage der Wehrform. Die verfassungsmäßige Aufgabe der Landesverteidigung wird hier nicht in Frage gestellt - und soll es auch nicht.
      Wie Sie - Anonym - sicher wissen, ist die militärische Landesverteidigung nur eine der Formen der Landesverteidigung. Wenn ich mir die Fronten der heutigen Zeit anschaue, dann erkenne ich die größte Front im eigenen Land: die Diskussionen um Sterbehilfe, Abtreibung etc. zeigen es auf. Ich begrüße es deshalb, wenn junge Leute ihren Dienst in einem Pflegeheim machen, auch wenn ich persönlich den Dienst mit der Waffe vorgezogen habe (und es wieder so machen würde).

      Ausserdem sehe ich die effizienteste Form der Landesverteidigung darin, Feindbilder erst gar nicht aufkommen zu lassen. Das hat nichts mit Hose-runter-lassen zu tun, erfordert aber eine gewisse Portion Selbstsicherheit.

      Löschen

Wir freuen uns über jeden Kommentar. Und da wir mit konkreten Menschen kommunizieren wollen, bitten wir Sie, nicht anonym zu kommentieren.