Montag, 28. Januar 2013

PGR Klausur - Erneuerungsprozess

Am 26. Jänner fand eine ganztägige PGR Klausur zum Thema Erneuerungsprozess für die Pfarre Stockerau im Bildungshaus Großrußsbach statt. Dabei war nicht der diözesane Erneuerungsprozess mit der Restrukturierung der Pfarreien im Fokus, sondern einzig und allein wie wir als Pfarre Stockerau uns erneuern wollen. Das aus dem Sonntagsevangelium gewählte Motto lautet Der Geist des Herrn ruht auf mir, er hat mich gesandt.

Um uns dem Thema anzunähern, las Erika Trabauer Passagen aus der Eröffnungsrede von Papst Johannes XXIII zum Vatikanum II als Diskussionsimpulse vor. Hier ausschnittsweise drei Absätze aus den Texten, es lohnt immer wieder sie zu lesen:

In der täglichen Ausübung unseres Hirtenamtes geschieht es oft, dass bisweilen Stimmen solcher Personen unser Ohr betrüben, die zwar von religiösem Eifer brennen, aber nicht genügend Sinn für die rechte Beurteilung der Dinge noch ein kluges Urteil walten lassen. Sie meinen nämlich, in den heutigen Verhältnissen der Gesellschaft nur Untergang und Unheil zu erkennen. Sie reden unablässig davon, dass unsere Zeit im Vergleich zur Vergangenheit dauernd zum Schlechteren abgeglitten sei. Sie benehmen sich so, als hätten sie nichts aus der Geschichte gelernt, die eine Lehrmeisterin des Lebens ist, und als sei in den Zeiten früherer Konzilien, was die christliche Lehre, die Sitten und Freiheit der Kirche betrifft, alles sauber und recht zugegangen.

Wir aber sind völlig anderer Meinung als diese Unglückspropheten, die immer das Unheil voraussagen, als ob die Welt vor dem Untergang stünde. In der gegenwärtigen Entwicklung der menschlichen Ereignisse, durch welche die Menschheit in eine neue Ordnung einzutreten schein, muss man viel eher einen verborgenen Plan der göttlichen Vorsehung anerkennen. Dieser verfolgt mit dem Ablauf der Zeiten, durch die Werke der Menschen und meistens über ihre Erwartungen hinaus sein eigenes Ziel, und alles, auch die entgegengesetzten menschlichen Interessen lenkt er weise zum Heil der Kirche.
Doch es ist nicht unsere Aufgabe, diesen kostbaren Schatz nur zu bewahren, als ob wir uns einzig und allein für das interessieren, was alt ist, sondern wir wollen jetzt freudig und furchtlos an das Werk gehen, das unsere Zeit erfordert, und den Weg fortsetzen, den die Kirche seit zwanzig Jahrhunderten zurückgelegt hat.


(->hier die Ansprache in voller Länge) Wie in den letzten Monaten bereits mehrfach festgestellt wurde, sind wir heute in einer ähnlichen Situation. Rasch kristallisierte sich bei der folgenden Diskussion heraus, dass eine Pfarrerneuerung im Angesicht der aktuellen Rahmenbedingungen (andere Formen der Kommunikation unter den Menschen, Verlust von Authoritäten in allen gesellschaftlichen Bereichen, mehr Wettbewerb bei religiösem Angebot, u.v.a.) und der auch weiterhin sich rasch ändernden Welt dringend notwendig ist.

Damit wurde der Frage nachgegangen, was wir uns von einer Pfarrerneuerung erwarten:

Wenn es einen Erneuerungsprozess in der Pfarre Stockerau gegeben hat, was hat sich verändert, bzw. woran ist zu merken, dass etwas anders geworden ist?



Die Antworten konnten in Gruppen geteilt werden:
  • Änderung von Grundhaltungen
  • Wirkung in der Pfarre
  • Wirkung in der Stadt
In einer weiteren Runde wurde versucht, die Vorstellungen zu konkretisieren, vor allem welche Rahmenbedingungen zu schaffen sind, damit sich Grundhaltungen ändern können. Teilweise wurden bereits recht konkrete Beispiele genannt, was gemacht werden kann.




PA Geri Braunsteiner präsentierte die Vorgehensweise, wie das Thema in der Diözese Rottenburg-Stuttgart angegangen wurde (Rottenburger Erneuerungsprozess). Dort hat sich gezeigt, dass es einer längeren Vorbereitungsphase bedarf, damit dann Pfarrerneuerung gelingen kann.

Dies spiegelt auch Erfahrungen aus ähnlichen Ansätzen in Stockerau wider, bei denen nachträglich betrachtet die Vorbereitungsphase zu kurz war.




Jedenfalls steht, sollte die Pfarre diesen Weg gehen wollen, eine gewaltige Aufgabe bevor. Wir im PGR versuchten uns dem klar zu werden und die wichtigsten Punkte anzusprechen (und dies ist nicht nur der enorme Zeitaufwand). Dies rundete das Tagesprogramm ab, bei dem es darum ging, einen Überblick über das Thema und somit zu einer Entscheidungsfindung zu bekommen. Damit wird die Entscheidung, ob dieser Weg gegangen wird, wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Mehr Fotos zur Klausur finden Sie in der ->Galerie unserer Pfarrhomepage.


Zum Abschluß haben wir natürlich gebetet und gesungen. Hier daraus das Gebet. Es ist das Abschlussgebet der Konzilsväter, jedoch für die Arbeit im PGR adaptiert:

Hier sind wir, Herr, Heiliger Geist. 
Komm in unsere Mitte, sei uns zugegen.
Lehre uns, was wir tun sollen.
Weise uns, wohin wir gehen sollen.
Zeige uns, was wir wirken müssen.

Unwissenheit möge uns nicht irreleiten,
Beifall der Menschen uns nicht verführen,
Bestechlichkeit und falsche Rücksichten uns nicht verderben.
Deine Gnade allein möge uns binden an dich.

Wie wir in deinem Namen versammelt sind,
so lass uns auch in allem, vom Geist der Kindschaft geführt,
festhalten an der Gerechtigkeit des Glaubens,
dass hier unser Denken nie uneins werde mit dir.

Amen.

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