Sonntag, 6. Januar 2013

Dreikönig - Erscheinung des Herrn

Anbetung der Magier, 4. Jhdt
(aus Wikipedia)
Heute feiern wir das Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie), im Volksmund als Dreikönigstag bezeichnet. Wir alle kennen das Evangelium, wo Sterndeuter aus dem Osten nach Betlehem kommen, um dem Neugeborenen Geschenke zu bringen und ihm zu huldigen.

Zur Bedeutung sei aus dem Schott zitiert:
Göttliche Wahrheit und Herrlichkeit leuchten in dem Kind von Betlehem. Suchende Menschen finden den Weg. Sie kommen mit Gaben und gehen als Beschenkte. Als Boten des Lichts in eine dunkle Welt. Weil dieses Kind geboren wurde, gibt es für alle Menschen Hoffnung, auch für die in der Ferne.


Bei den Sterndeuter aus dem Osten hat es sich wahrscheinlich um persische Sterndeuter gehandelt. Nach allgemeiner Auffassung repräsentieren sie die Welt der Heiden, sie suchen den neugeborenen "König der Juden" (ein Jude hätte "König Israels" gesagt). Die Anzahl der Sterndeuter ist in der Bibel nicht verankert und schwankt in den ersten Jahrhunderten; so sind auf Wandgemälden der Domitilla-Katakomben vier Könige, in einer anderen Katakombe nur zwei Könige dargestellt. Origenes (185-254) nennt als erster die Dreizahl. Wahrscheinlich hat sich die Zahl drei durchgesetzt, weil sie den drei Geschenken Weihrauch, Myrrhe, Gold entspricht. Sie kann aber auch ein Sinnbild der drei damals bekannten Kontinente (Europa, Asien und Afrika) sein, manchmal auch als Sinnbild der drei Lebensalter: (Jüngling, Mann, Greis). Im 12. Jhdt wurden aus den Sterndeutern Könige.

Anbetung der heiligen Drei Könige, Boticelli
(aus Wikipedia)
Die drei Sterndeuter heissen in der lateinischen Tradition ab dem 6. Jhdt. Caspar ("Schatzmeister", aus dem persischen ghaz (Schatz) und bar (leiten)), Melchior ("König des Lichts", hebräisch melech) und Balthasar ("Baal beschütze den König", spätbabylonisch). Bei den syrischen Christen etwa heissen sie Larvandad, Hormisdas, Gushnasaph.

Der Stern kann keinem astronomischen Objekt oder Ereignis zur Zeitenwende zugeordnet werden. Es handelt sich eher um einen persönlichen Stern, den sie haben aufgehen gesehen. Der Stern muss deshalb symbolisch gedeutet werden, er bezieht sich wohl auf Stellen des Alten Testaments: Ex 13,21 (Der Herr zog vor ihnen her [...], bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten) und Num 24,17 (Ein Stern geht in Jakob auf).

Die Geschenke Weihrauch, Myrrhe, Gold sind Sinnbilder der Messianität Jesu: Gold als angemessenes Geschenk für einen König, Myrrhe (eine Heilpflanze) als Geschenk für den von Gott gesandten Arzt und Heiler (bzw. Heiland), Weihrauch als Geschenk für den künftigen Hohenpriester Israels.

Wenn der Spruch "C+M+B" an die Haustür geschrieben wird, so handelt es sich seit den 50er Jahren um ein Segensgebet und steht für "Christus mansionem benedicat", Christus segne dieses Haus (diesen Aufenthalt).



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