Mittwoch, 5. Dezember 2012

Hörwege zu Gott

Es ist schon die siebente Folge dieses medidativen Abends in unserer Stadtpfarrkirche. Und am Freitag, den 14. Dezember um 20 Uhr gibt es die siebente Folge von  Hörwege-zu-Gott. Herbert Lauermann hat wieder die Musik ausgewählt und Geri Braunsteiner wird uns mit seinen Gedanken zum Thema erfreuen.

Das Thema ist diesmal O Magnum Mysterium - das große Mysterium (von Weihnachten), das zuerst als Gregorianischer Choral  und dann als Motette für gemischten Chor acapella von Tomás Luis de Victoria (1548-1611) ertönt.

Hier ist der link zur Ankündigung (PDF).


Eine kleine Einführung in diesen Abend  von Herbert Lauermann:

Tomás Luis de Victoria (1548-1611)

In Circumcisione Domini
O MAGNVM MISTERIVM  (1572)

Text

O magnum mysterium, et admirabile sacramentum,
O großes Geheimnis, staunenswertes Wunder!

ut animalia viderent Dominum natum, iacentem in præsepio.
Tiere sehen den HERRN als Kind, liegend in der Krippe.

Beata Virgo, cuius viscera meruerunt portare Dominum Christum.
Glückselige Jungfrau, deren Schoß würdig war zu tragen Christus, den HERRN.

Alleluja

Einführung

Tomás Luis de Victoria (* um 1548 in Sanchidrián, Provinz Ávila (Spanien); † 27. August 1611 in Madrid,  war ein spanischer Komponist der Renaissance.
Um das Jahr 1565 ging er nach Rom, wo er das Collegium Germanicum absolvierte, das Priesterseminar der Jesuiten. Im Jahr 1571 übernahm er die Leitung der Kapelle des Collegiums als Nachfolger von Palestrina. Um 1585 publizierte Victoria in Rom eine Sammlung musikalischer Werke und kehrte im gleichen Jahr nach Spanien zurück. Dort schrieb er nur noch wenige Kompositionen. Er starb im Jahr 1611 und war bis zuletzt Konventorganist des Klosters.
Tomás Luis de Victoria gilt als einer der bedeutendsten Komponisten Spaniens. Sein musikalische Werk ist am besten aus dessen Wirken als Priester und seiner tiefen Glaubenskraft zu verstehen, da er, wie es dem Geist der Zeit entsprach, ausschließlich zu religiösen Anlässen komponiert hat. Es entstanden zahlreiche Messen und Motetten, u. a. „O Magnum Misterium“ (1572). Seine Werke gehörten zum festen Repertoire der Sixtinischen Kapelle in Rom und wurden dort über dreihundert Jahre lang regelmäßig aufgeführt.
Victorias Lebzeiten waren von Reformation und Gegenreformation geprägt sowie von zahlreichen, teils heftigen Religionskriegen, Fanatismus und einer ungebrochenen Vorherrschaft der Kirche. Die Bildung des Komponisten selbst entsprach strenger Religiosität, denn sein Priesterseminar in Rom war als Zentrum antireformatorischer Kräfte konzipiert. Victoria hat aus seinem persönlichen Glauben und den geltenden Normen der Kirchenmusik eine Synthese geschaffen. Konzentriert und ausdrucksstark, kann sein Werk bis heute als ein Inbegriff liturgischer Musik gelten.

Wenn Sie am Freitag gar nicht Zeit haben, können Sie sich die Motette hier in Soundcloud anhören. Sie brauchen sich dafür nicht anmelden. Einfach den orangenen Pfeil anclicken...

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