Sonntag, 18. November 2012

Packe Dich, gelähmter Drache

So beginnt der Text der Telemann Kantate, die beim Gottesdienst um halbzehn Uhr am Sonntag, den 18. November aufgeführt wurde. Ein schöner, starker, barocker Text, den Sie etwas weiter unten zum Nachlesen finden. In seiner Predigt versuchte unser Diakon Tom den Caritas-Sonntag zum Fest der Hl. Elisabeth von Thüringen, die unweit von Wien in Bratislava geboren wurde, mit dem Thema "Michael und der Drache" der Kantate und den Themen der Lesungen des Sonntages zu verbinden.

Am Ende des Gottesdienstes, bei dem die KirchenbesucherInnen notleidenden Familien in Österreich ein warmes Zuhause schenken konnten (Sie möchte noch? Einfach online hier - und Sie können Ihre Spende sogar von der Steuer abschreiben), verteilten MitarbeiterInnen unserer Pfarrcaritas ein Herz aus Ton, das in der Caritas-Behinderteneinrichtung Retz hergestellt wurde.

Quelle der Original Noten..
Leider gibt es in Youtube diese Kantate nicht zum Anhören, aber ein anderes Beispiel mit ähnlicher Besetzung findet man hier.


Gottesdienst mit Kantate
Georg Philipp Telemann (1681-1767)
Packe dich, gelähmter Drache
Aus: Der Harmonische Gottesdienst 64
Kantate für hohe Stimme, Violine und Basso continuo


Arie
Packe dich, gelähmter Drache! Wälze dich bezwungen fort!
Hört, hört, wie Zions Himmel schallen: Die Verfolger sind gefallen! Michael, der Kirchen Hort,
schwingt den Donner Seiner Rache.


Rezitativ
Der Helfer sei gelobt, der seine Frommen schützet
und auf des Feindes Scheitel blitzet,
der wider seine Kirche ‘tobt!
Wenn Jerub Baal, Joas Sohn, mit Mut und Kraft vor seinem Heere ziehet, so weichet Amaleck, so fliehet Midian, eh’ Israel noch einen Streich getan.
O Häuflein Gottes, freue dich!
Es gehe auch an dir der Feinde Rat verloren.

Der Schutzherr, den du dir so wie er dich erkoren, ist, der des Drachen Macht gebrochen
und den Verfolger überwunden.
Ja, ob der dir gleich schnaubend Wieder dräut,
so lebet doch auch der, der dich vorhin befreit,
der, wie er hier bereits der Feinde Kraft verkürzet, zur letzten Zeit ihn vollends in den Abgrund stürzet.


Rezitativ
Doch Satan sucht uns nicht nur äußerlich und durch Verfolgung zu bezwingen,
er trachtet, uns mit List durch unser eignes Herz sogar an sich zu bringen. Drum wenn sich dieser Streit bei dir, 0 Mensch, erhebet,
wenn Michael und der ihm widerstrebet,
den Kampf in deiner Brust beginnen, was ist dein Wunsch, wer soll in dir gewinnen?


Arie
Hinweg, hinweg, o höllisches Getümmel! Mein Herze gleichet jenem Himmel,
wo Michael den Drachen fällt.
Erhebt euch, ihr Engel, mit jauchzenden Chören,
Weil Jesus, der kämpfende König der Ehren,
in meiner Brust den Sieg behält.


Choral
O Ewigkeit, du Freudenwort, das mich erquicket fort und fort, o Anfang sonder Ende.
O Ewigkeit, Freud ohne Leid. Ich weiß von deiner Traurigkeit, wenn ich mich zu dir wende.
Herr Jesu, gib mir solchen Sinn beharrlich, bis ich komm dahin.
Im Himmel lebt der Christen Schar bei Gott viel tausend, tausend Jahr und werden des nicht müde.
Sie stimmen mit den Engeln ein, sie sehen stets der Gottheit Schein, sie haben güldnen Frieden,
da Christus gibt, wie er verheißt, das Manna, das die Engel speist.


Ausführende:
Margit Niedermayer, Sopran
Herbert Kamleitner, Violine
Beate Kokits, Orgel
Johannes Lenius, Leitung

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