Sonntag, 28. Oktober 2012

Stockerau, Hörweg 6

Und wieder gestaltet Herbert Lauermann gemeinsam mit Markus Beranek einen medidativen Abend, die sechste Veranstaltung der Serie Hörwege.

Wenn Sie Weiter gehts hier clicken, gibt es eine Einführung zur Musik von Herbert Lauermann.



Während seiner Wiener Jahre 1897-1907 als Direktor der Wiener Hofoper war Gustav Mahler auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Im bis dahin traditionellen Opernbetrieb leitete er zahlreiche bahnbrechende Reformen ein. In Wien erfüllten sich aber auch Mahlers private Sehnsüchte. Er ließ sich taufen und konvertierte zum Katholizismus, auch aus Furcht vor antisemitischen Hindernissen. Im März 1902 heiratete er Alma Schindler, die er leidenschaftlich verehrte.
Die 5.Sinfonie entstand in ihren wesentlichen Teilen in den Jahren 1901 bis 1902. Erste Skizzen notierte Mahler im Sommer 1901 auf seinem Sommersitz in Maiernigg. Weitere Teile der Sinfonie entstanden im Folgenden in Wien. Die Instrumentierung erfolgte erst 1903 und wurde 1904 nochmals überarbeitet. Die Leseproben mit den Wiener Philharmonikern führten hier zu einer reichhaltigen Umarbeitung. In keiner anderen Sinfonie rang Mahler so lange mit der Instrumentierung des Werkes. Noch 1911, im Jahr seines Todes, überarbeitete Mahler die Instrumentierung erneut. Die Uraufführung der Sinfonie fand am 18. Oktober 1904 im Gürzenich in Köln unter der Leitung des Komponisten statt.
Das Adagietto. Sehr langsam stellt den Ruhepunkt der Sinfonie dar. Die Instrumentierung besteht nur aus Streichern und Harfe. Eine schwebende Metrik und Melodik lässt den Eindruck zerbrechlicher Intimität entstehen.  Markant ist das Einschwingen der Harfen, bevor sich das Thema in den Streichern entfaltet. Langsam entwickelt sich im Anschluss eine dynamische Steigerung. Dieser dramatische Höhepunkt ist in höchst freier Chromatik gestaltet und geht, wie es für Mahler typisch ist, in mehreren Wellen vor sich. Er beruhigt sich durch die Wiederkehr des Hauptthemas. Der Mittelteil des dreiteiligen Satzes bringt einen neuen Gedanken, ohne jedoch eine Stimmungsänderung zu bewirken.
Der Satz verklingt nach der Rückkehr des Hauptthemas friedlich und nahezu entrückt in pianissimo.

1 Kommentar:

  1. Die Hörwege sind eine wirklich beeindruckende Sache! Schade nur, dass so wenige kommen, um sich diesen absoluten (nicht nur Hör-)Genuss zu gönnen. Vielleicht sollte man es anders bzw. besser bewerben (vielleicht doch in der Sonntagsmesse?!?)

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