Sonntag, 28. Oktober 2012

Fünfundsechzig Jahre jung

Die Katholische Frauenbewegung Stockeraus - kurz kfb genannt - dankte heute im Rahmen der Sonntagsmesse dem lieben Gott für 65 erfolgreiche Jahre. Doris Hartl, die Leiterin der kfb im Dekanat Stockerau, deutete in einer Predigt das heutige Evangelium von der Heilung des blinden Mannes. Eine Frauenmusikgruppe sorgte für den guten Ton, konnte aber auf einen Techniker doch nicht ganz verzichten. Anschließend lud die Leiterin der kfb Stockerau, Elisabeth Weber, ins Pfarrzentrum zu Speis & Trank und Information.  Einige Bilder mehr von der Veranstaltung gibt es in unserer Galerie. Hier ist der Link zur Seite der kfb in Stockerau und der kfb Österreichs.

 Bei der Informationsveranstaltung sprachen Elisabeth Weber, Doris Hartl, Hedi Baumgartner, Michaela Blahous, die mit ihren Bibelfiguren wichtige Frauen des Alten und Neuen Testaments zeigte,  und Pfarrer Markus Beranek. Brigitta Hatzak tat das, was von ihr bei feierlichen Anlässen erwartet wird - ein selbstverfasstes Gedicht vortragen. Anschließend luden die Frauen noch zu Würstel und Gulaschsuppe ein.

Es war ein gelungenes Fest.

Die kfb Mitglieder
Trotz drohender Mittagszeit
harrten viele aus

Ein Gruppenbild vor der Fahne
der Vorgängerorganisation


Wir möchten hier aus der Ansprache Hedi Baumgartners, der früheren Vikariats- und Dekanatsleiterin der kfb, zitieren, die einen Überblick über die Geschichte brachte.

Zu Beginn begrüßte sie die Mitglieder, die bereits über 50 Jahre der kfb angehören, nämlich die Damen Grünner, Loidolt, Hoch, Kopf und Freudensprung.
Im Saal war eine Fahne aufgehängt, die unser ehemaliger Pfarrer Matthias Roch gefunden hatte und die heute im Turmmuseum zu bewundern ist. Sie wurde 1928 zum 30-jährigen Jubiläum geweiht und gehörte der Katholischen Frauenorganisation Stockeraus, die Pfarrer Prof. Dr. Deimel 1898 gegründet hatte. Aufgabe der Gruppe war die religiöse Bildung durch Vorträge, Wallfahrten, Einkehrtage, caritative Aufgaben. Im November wurden Bedürftige zum Elisabethtisch geladen, die ErstkommunikantInnen wurden bewirtet und Weihnachtsfeiern organisiert. Mitglieder waren z.B. Margarete und Marie Ihm, Frau Preimel, Frau Kaindl und Betti Schidla. 1938 wurde die Frauenorganisation aufgelöst.

Und 1947 wurde dann bereits die kfb als Teilorganisation der Katholischen Aktion gegründet. und damit auch die Frauengruppe in Stockerau. Der Auftrag war, Frauen ihre Berufung als Frau und ihre Sendung als Christin entwickeln zu lassen, sie zu fördern, zu bilden und zu bewegen.
Frau Dr. Martha Buchinger gründete die Stockerauer Gruppe vor 65 Jahren, Frau Borowanski folgte ihr als Pfarrleiterin. Die weiteren Pfarrleiterinnen:
  • Herta Lauermann 1972-80
  • Johanna Linsbichler 1980 - 88
  • Maria Willim 1988 - 95
  • Brigitta Hatzak, 1995 - 2012
  • Elisabeth Weber seit 2012
In den späten 60-er Jahren wurde die Mütterrunde mit den jungen Frauen gegründet, die heute noch besteht, aktiv am Leben der Pfarre teilnimmt und dieses mitgestaltet. Zum Beispiel waren sie die ersten Tischmütter für die Vorbereitung der Erstkommunionkinder.
1958  wurde die Aktion Familienfasttag von Hertha Pammer gegründet. Dieser Tag wird bis heute gefeiert und verbindet uns duch Bildungsprojekte mit den Frauen in der ganzen Welt. Der Suppensonntag ist in Stockerau stadtbekannt.
Auch Frauen in Österreich sind ein großes Anliegen: Vor 20 Jahren bereits beteiligte sich die kfb Stockerau aktiv am Aufbau des Frauenhauses Mistelbach und unterstützt dieses bis heute mit Spenden.
Hier noch eine Aufzählung anderer Aktivitäten der kfb in Stockerau:
  • TAMAR ist eine Beratungsstelle für misshandelte Frauen, an der wir mitarbeiten
  • Seit 1986 feiern wir gemeinsam mit den evangelischen Frauen den Weltgebetstag der Frau
  • Die Mütterrunde organisiert den Weihnachtsbazar, dessen Erlös jedes Jahr dem Pfarrzentrum zukommt. 
  • Der Krims-Kramsmarkt im Frühling sammelt Geld für bedürftige Familien
  • Die Frauenmesse am Mittwoch ist ein Fixpunkt, der mit Mai- und Kreuzwegandachten zur religiösen Vertiefung und Gemeinschaft beiträgt.
  • Der Bildungstreff - gegründet von Frau Hladik und heute geleitet von Helene Hufnagl - ist eine Erfolgsstory mit einem treffsicheren Programm
Abschliessend sagte Hedi Baumgartner: "Das war ein langer Blick ins Gestern, der bis zum Heute  reicht. Die kfb ist aus dem Leben der Pfarre nicht wegzudenken und darum hoffen wir, dass jüngere Frauen diese Gemeinschaft weiterführen: Für die Frauen in dieser Pfarre, für die Kirche und Gesellschaft, in der wir leben und als Christin wirken sollen und wollen. Lasst uns, statt die Asche zu bewahren, das Feuer weitergeben!"

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